Die Portfolioarbeit im EOP professionell begleiten
Diese Lektion richtet sich an Mentor-Lehrkräfte, die Studierende bei der Portfolioarbeit im Eignungs- und Orientierungspraktikum unterstützen möchten.
Reflexionsqualität entwickeln
Stufen der Reflexion
Reflexion kann unterschiedlich tief sein. Sie können Studierende unterstützen, von oberflächlichen Beschreibungen zu vertiefter Reflexion zu gelangen:
Stufe 1: Beschreiben
"Was ist passiert?"
Beispiel:
"Ich habe heute in Mathematik hospitiert. Die Lehrerin hat das Einmaleins erklärt."
➔ Rein deskriptiv, keine Analyse
Stufe 2: Persönlich reagieren
"Was habe ich gedacht/gefühlt?"
Beispiel:
"Ich war überrascht, wie unterschiedlich der Lernstand der Kinder ist. Manche konnten schon alles, andere hatten große Schwierigkeiten."
➔ Subjektive Wahrnehmung wird einbezogen
Stufe 3: Analysieren
"Warum war das so? Welche Zusammenhänge sehe ich?"
Beispiel:
"Die Lehrkraft hat verschiedene Materialien vorbereitet, um der Heterogenität gerecht zu werden. Das erinnert mich an das Konzept der Binnendifferenzierung aus der Vorlesung."
➔ Theorie-Praxis-Verbindung, Erklärungsversuche
Stufe 4: Bewerten und Schlussfolgern
"Was bedeutet das für mich? Was nehme ich mit?"
Beispiel:
"Mir ist klar geworden, dass ich im Studium mehr über differenzierende Methoden lernen muss. Außerdem möchte ich verstehen, wie man diagnostiziert, auf welchem Stand die Kinder sind."
➔ Konsequenzen für eigene Entwicklung
Ihre Rolle:
Durch gezielte Fragen können Sie Studierende unterstützen, tiefere Reflexionsstufen zu erreichen:
| Stufe | Impulsfragen |
|---|---|
| Beschreiben | "Was haben Sie beobachtet?" "Was ist passiert?" |
| Reagieren | "Wie ging es Ihnen dabei?" "Was hat Sie überrascht?" |
| Analysieren | "Warum könnte das so gewesen sein?" "Welche Theorie passt dazu?" |
| Schlussfolgern | "Was bedeutet das für Sie?" "Was nehmen Sie mit?" |